Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Da hier SiederInnen angemeldet sind, die schon Seife sieden können, verzichten wir hier auf Grundlagen. Fragen rund um Fette und Öle können und sollen hier aber gestellt werden.
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Galadrielh
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Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von Galadrielh » Mo 18. Feb 2019, 13:11

Hallo ihr Lieben

Nehmt's mir nicht übel, aber ich stosse mich jedesmal daran, wenn ich was lese von festen Fetten versus flüssige Fette. Es hat sich leider etabliert, dass hier und auch in div. Webseiten unter "feste Fette" = "hartmachende Seife" und flüssige Fette "weichmachende Seife" verstanden wird - in meinen Augen einfach nicht korrekt und verwirrend. Verwirrend deshalb, weil die Aussage von Fest oder Flüssig bei Fetten und Ölen völlig irrelevant sind in Bezug auf Härte der Seife, da man jedes Öl flüssig bekommt ab 25°Grad aufwärts. Kokosöl gibt es flüssig - und ist eines der härtesten machenden Öle für Seife. Olivenöl ist ebenfalls flüssig, zählt (nach der Reifezeit) ebenfalls zu den Ölen, die eine Seife recht hart werden lässt. Also wieso sagt man es stattdessen nicht gleich richtig, z.b. XY-Öl/Fett "macht" die Seife HART/WEICH. Ich finde es verwirrend, wenn jemand schreibt, "hilfe, meine Seife wird nicht hart" und als Antwort kommt: du hast zuviele flüssige Öle genommen. :kichern: Versteht ihr wie ich meine? FEST UND FLÜSSIG haben eine NULL-Aussage in Bezug zu hart oder weichmachende Seifen! Was macht denn nun aber wirklich "Hart"? Als Faustregel: je mehr gesättigte Fettsäuren ein Öl/Fett enthält, eine umso härtere Seife ergibt es. Woran erkenne ich ob es ein hart oder weich-machendes Fett/Öl ist? Dafür gibt es viele Listen im Internet oder auch zuverlässige SoapCalculators, wo genau solche Eigenschaften der div. Öle ersichtlich sind.
Hugsie ihr Lieben ♥
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Re: Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von Erdbeerblondes » Mo 18. Feb 2019, 13:51

Hallo liebe Gala,

Du hast recht. Wenn ich bei meinem Honigseifenexperiment daran denke, was ich mit fest gemeint habe, dann war das der Aggregate der Fette, also nicht flüssig bei 25 Grad Celsius. Vielleicht sollten wir uns auf eine Sprache einigen, wenn wir über feste und flüssige Öle sprechen. Ich gehe immer von Aggregatzustand aus bei Raumtemperatur. Also ob die Öle/Fette fließfähig sind oder nicht.

Liebe Grüße Simone

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Galadrielh
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Re: Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von Galadrielh » Mo 18. Feb 2019, 14:59

danke für's Feedback liebe Simone; was ich aber nicht ganz verstehe ist, warum überhaupt von fest/flüssig gesprochen wird, da ja spätestens beim Erwärmen aller Fette/Öle ALLES FLÜSSIG WIRD - und welche Relevanz hat es in Bezug auf die Zusammensetzung/Eigenschaften der jew.Seifen - da ja sämtliche Fette/Öle flüssig sind bei der Verarbeitung? :umarmung:
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coco
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Re: Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von coco » Mo 18. Feb 2019, 15:04

Hallo Gala,
da schreibst du was ganz wichtiges! :daumen_hoch: Ich bin ja erst seit einem knappen Jahr dabei. Vor meiner ersten Seife habe ich gelesen, gelesen und gelesen. Da stand u.a., dass nicht mehr als 50% feste Fette verwendet werden sollen, da ansonsten die Seifen zu hart werden und sich dann nicht schneiden lassen. Mit dem Gedanken im Hinterkopf habe ich mein erstes Rezept gesucht. Gefunden habe ich: 25% Raps, 25% Olive, 25% Kokos, 15% Shea und 10% Kakao. Dazu gibt es eine super Schritt für Schritt Anleitung. Also kurz überlegt: 50% der Fette sind flüssig, 50% sind fest... das klappt, das mache ich. Dann noch an die Aussage gehalten, dass man erst nach 48 Stunden ausformen kann/ sollte. :glotz:
Heute ist mir klar, warum ich beim schneiden der Seife gefrustet war....
Gruß, Coco :besen_reiter:

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Re: Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von Galadrielh » Mo 18. Feb 2019, 15:10

coco hat geschrieben:
Mo 18. Feb 2019, 15:04
Hallo Gala,
da schreibst du was ganz wichtiges! :daumen_hoch: Ich bin ja erst seit einem knappen Jahr dabei. Vor meiner ersten Seife habe ich gelesen, gelesen und gelesen. Da stand u.a., dass nicht mehr als 50% feste Fette verwendet werden sollen, da ansonsten die Seifen zu hart werden und sich dann nicht schneiden lassen. Mit dem Gedanken im Hinterkopf habe ich mein erstes Rezept gesucht. Gefunden habe ich: 25% Raps, 25% Olive, 25% Kokos, 15% Shea und 10% Kakao. Dazu gibt es eine super Schritt für Schritt Anleitung. Also kurz überlegt: 50% der Fette sind flüssig, 50% sind fest... das klappt, das mache ich. Dann noch an die Aussage gehalten, dass man erst nach 48 Stunden ausformen kann/ sollte. :glotz:
Heute ist mir klar, warum ich beim schneiden der Seife gefrustet war....
ja, ich verstehe, das Verwirrende ist eben, dass (zufällig?) viele der "hart-machenden" Öle/Fette in "fester" Form angeboten/gekauft werden, und genau das verleitet noch mehr dazu, diese zwei Begrifflichkeiten zu vermischen (verflüssigen):) kicher* Ich denke eben gerade für Anfänger kann das schnell irreführend sein, wenn Flüssig mit weichmachend verwechselt wird, und Fest mit hartmachend....
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Re: Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von Galadrielh » Mo 18. Feb 2019, 15:18

Als Parodie könnte man sich einen Afrikaner vorstellen, der unter sengender Hitze von ü.40° Grad Hitze Klimatemperatur Seife siedet. Er hat 4 Öle vor sich stehen: Kokosöl, Rapsöl, Sheabutter und Kakaobutter - und ALLE diese Öle sind flüssig - bei "ihm" zu Haus! :sabber: Welche Relevanz hat für "ihn" die Bezeichnung "Flüssig" ?????????? :hechel:
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Re: Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von Erdbeerblondes » Mo 18. Feb 2019, 16:23

Im Falle der Honigseife hatte es einen Einfluss, da habe ich „feste“ Fette genommen und die Seife hat sich nicht erhitzt. Allerdings könnte ich jetzt noch ein anderes Rezept versuchen um eine Theorie zu festigen oder widerlegen in Bezug auf Honig. Du hast mich auf einen Gedanken gebracht....

Liebe Grüße Simone

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Re: Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von Galadrielh » Mo 18. Feb 2019, 19:19

ich denke, den Seifemolekülen ist es wurscht, ob ein Öl zuvor flüssig oder fest gekauft wurde, der Verseifungsprozess beginnt so oder so in dem Moment, wo die Lauge auf die Fette/Öle trifft.

Ein relevanter Test wäre es, eine Seife mit flüssigem Kokosöl als Ausgangsöl zu verwerten in Seife - und diese dann zu vergleichen mit einem festen Kokosöl als Ausgangslage - beide Seifen dann zu vergleichen - ob die Seife sich anders verhält....

Mag sein dass es irgendwas andres bewirkt - mir geht es hier mehr darum, die Begrifflichkeit von Flüssig nicht mit Weich-machende Seifen zu verwechseln, sonst passiert genau das, was Coco beschrieb: sie nahm an, dass alle Ole die flüssig sind - weichmachend - und alle Ole die fest sind - harte Seife erzeugt - und nur darum geht es mir - dass dies nicht richtig ist. - Um hier beim roten Faden zu bleiben, und nicht Äpfel mit Birnen wieder zu vermischen....
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Re: Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von Erdbeerblondes » Mo 18. Feb 2019, 20:50

Um es wissenschaftlich zu sagen es geht nicht um den ursprünglichen Aggregatzustand der Fettsubstanzen bei Raumtemperatur, sondern um die Auswirkungen auf die Härte der Seife nach einer bestimmten Zeit. Ob das Fett (mit meine ich Öle, Fette, Butter, etc) die Seife weich oder fest werden lässt. Aber in die Richtung geht auch mein Gedankengang wegen dem Honig. Ich weiß schweift im ersten Moment vom Thema ab. Aber mir geht es darum ob die Auswirkung des Fettes in Bezug auf die Härte der Seife einen Einfluss auf das Aufheizen durch Honig hat, oder ob es wirklich der Aggregatzustand des Fettes bei Raumtemperatur ist. Daher muss ich das Experiment nochmals genauer durchführen um zu testen ob Fette die Seifen hart machen ein Aufheizen durch Honig verhindern. Dann wäre die Charakterisierung des Fettes aufgrund seiner Eigenschaft in Bezug auf Seifenhärte wichtig. Und nicht der Aggregatzustand. Hoffe das ist nicht zu verwirrend. Und vielleicht verschiebe ich Das Ganze noch in einen eigenen Thread.

Liebe Grüße Simone

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Re: Sprachliche Verwirrungen Hart/Weich Fest/Flüssig

Beitrag von evagomeznu » Di 19. Feb 2019, 08:58

in der FachlIteratur spricht man aber von feste und flüssige Fette. Die Fließfähigkeit der Fetten (egal ob fest oder flüssig) ist eine ganz andere Sache... Jojoba ist einen flüssigen Wachs und macht die Seifen schnell dick...

Es ist genauso wie die Terminologie Laugenunterschuss oder Überfettung. Was ist richtig, was falsch?

Das gleiche passiert mit dem Begriff "fest" und "flüssig" was nichts unbedingt viel über der Fließfähigkeit der FEtte/Öle sagen kann.


Versteht mich bitte nicht falsch... es gibt nicht ein schwarz und ein weiß beim Seifen sieden... es gibt viele grauen Bereiche...

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